Warum Mitglied in einem Aquarienverein?

Lust auf eine Mitgliedschaft? Dann bei uns melden oder uns eine Nachricht schicken.

Die Hobby-Aquaristik hat einige Besonderheiten, die sie von den meisten anderen unterscheidet. Man kann seine Liebhaberei nicht zum Vereinsabend mitnehmen, wie beispielsweise Briefmarken oder Mineralien. Es ist auch kein Mannschaftsspiel, bei dem man zusammenkommt, um gemeinsam etwas durchzuführen (daran ändern auch Ausstellungen nichts), sondern man kann “nur” zusammenkommen, um sich auszusprechen und Besuche untereinander zu vereinbaren.

Jede(r) die/der sich zuhause ein Aquarium einrichtet, baut eine kleine, eigene Welt auf, in der sich Lebewesen befinden. Damit übernimmt er die Verantwortung für eine möglichst optimale Haltung und Pflege dieser Lebewesen. Der Aquarianer ist praktisch Herr über Leben und Tod seiner Pfleglinge und sollte sich bewusst sein, dass alles Lebendige das Recht hat, auch als solches behandelt zu werden. Dabei spielt die Höhe des Kaufpreises keine Rolle. Der Goldfisch, der Diskusfisch und auch die Pflanzen, alle haben das gleiche Recht zu leben. Ein solcher Lebensraum (= Biotop = Aquarium) benötigt bestimmte Voraussetzungen und sehr verschiedenartige Faktoren spielen dabei eine große Rolle.

Zuerst erscheint alles ganz einfach, aber oft funktioniert nach kurzer Zeit das Ganze nicht so, wie man es sich vorgestellt hat. Die Fische werden krank, die Pflanzen gehen ein, und auch die Technik funktioniert nicht so wie man gedacht hat. Ist man Mitglied in einem Verein, kann man viele Fehler vermeiden. Man kann von anderen Mitgliedern die notwendigen Auskünfte bekommen, bevor man etwas aufs Geradewohl probiert und Fehler macht, oder wenn die Fehler schon geschehen sind, kann man sie mit Hilfe der anderen viel schneller beseitigen. In diesem Zusammenhang möchte ich erwähnen, dass bei uns die meisten Mitglieder erst in den Verein eingetreten sind, nachdem sie schon seit einiger Zeit ein oder mehrere Aquarien im Betrieb hatten und feststellen mussten, das Aquaristik nicht so einfach und störungsfrei verläuft wie es in Prospekten und Büchern beschrieben wird. Auch die Beratungen in vielen Geschäften beschränken sich oft auf kurze Erklärungen, sei es aus Zeitmangel oder ungenügendem Kenntnisstand.

Wenn man nicht alles fertig kaufen will, beginnt es mit den handwerklichen Fähigkeiten, die beim Bau oder Umbau eines Untergestelles oder sogar des Behälters notwendig werden. Weiterhin benötigt man Kenntnisse bei der sachgerechten Verlegung von elektrischen Anschlüssen und bei der Auswahl und Anbringung der notwendigen Technik.

Will man nun den leeren Behälter einrichten, so ist botanisches Grundwissen gefragt: Welche Pflanzen benötigen welchen Bodengrund, welche Temperaturen sind die besten, wie viel Licht ist vorzusehen, ist Strömung notwendig?

Zwangsläufig kommen die Grundlagen der Wasserchemie hinzu: Welches Wasser kommt aus dem Wasserhahn? Ist es ohne Veränderung für meine Fische geeignet und wie messe ich das? Können sich die Werte im Aquarium verändern? Verursacht dies dann Schäden an Fischen und Pflanzen?

Bei der Gestaltung des Aquariums kommen im Regelfall auch die Fähigkeiten des Aquarianers als Designer zur Geltung, denn schön aussehen soll es ja auch.

Besonders wenn es sich um die Vermehrung von Fischen und Pflanzen handelt sind die Anforderungen, die an den Pfleger gestellt werden, bei vielen Arten nur schwer im Alleingang zu bewältigen. Hat man es geschafft, die Fische zum Laichen zu bringen und auch einige Jungfische aufzuziehen, kommt es möglicherweise zu Degenerationserscheinungen in der Größe, Form, Vitalität und Verhalten. Oft erkennt man solche Abweichungen erst, wenn diese Fische zur weiteren Vermehrung der Art beitragen sollen. Dabei können Faktoren wie Erstfutter, Wasserqualität und die Umgebung der Fische einen entscheidenden Einfluss haben.